Der Kungsleden    Die Ausrüstung    Das Tagebuch
  Die 23 Tage auf dem Kungsleden:
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28.8.99, Samstag Tag 9

Gut geschlafen habbich. Der Liftdruck ist stabil geblieben, Tendenz steigend. Draußen ist es bedeckt, kühl und windig. Ich fange jetzt, 10:11 an zu packen. Die Hosennaht die sich langsam aufzulösen begann ist geflickt. Auf geht s!
Es gibt da dieses Lied von Queen, 'Pain is so close to pleasure', wie das stimmt! Der ganze Rumpf tut mir Weh, die Füße gehen noch, dank der Stiefel. "Schuld" wird wohl direkt der Rucksack sein, der ist für das Gewicht einfach nicht ausgelegt scheint mir. Oder ich bin schuld (was packe ich den auch so voll!), ich schwitze wie ein Tier (...Schwein). Das macht den Hüftgurt rutschig und ich leide an Schwindsucht, soll heißen, mein Hüftumfang verringert sich täglich u einige Zentimeter. Ich denke letzteres ist weniger der Fall. Ich bin heute 9 Stunden unterwegs gewesen. Von Kaitum (Wahnsinnsumgebung um diese Zeit, Indian Summer bis zum Abwinken, das war wie spazieren gehen durch einen Park, ohne Gepäck dann wohlgemerkt) aus ging es 'nur' bergauf. Und vor Teusare steilst bergab. Mit dem Gepäck kein Spaß, aber wie gesagt, optisch ein Schmaus. Dann die drei Touren mit dem Ruderboot, ich habe mich zwar nicht gerade seemännisch angestellt, es aber geschafft. ein Segelboot wäre da besser gekommen, vor allem bei dem Wind. Und dann fing der Spaß erst richtig an. Jetzt ging es nämlich 'richtig' bergauf *keuchschnauf*, dann laaaaange 'nur' berauf, dann ein kleines Stück recht eben*verschnauflauf* und anschließend meine Lieblingsdisziplin: Geröll-Laufen! Ich habe gekotzt. Aaaber es kam noch besser: zu guter Letzt gab es einen Geröll-parcours, bei dem jede Achterbahn neidisch wird. Ich habe noch mehr gekotzt, ich war nämlich völlig am Ende, so was hatte ich noch nicht gehabt. Aber: Superschoöne Landschaft, auch der Geröllparcours, lieblich verpackt.
Jetzt liege ich hier in der Hütte aufm Bett und gönne meinem Körper mal was, ruhe, aufrecht gehen (ohne Gepäck!), Sitzen, weich Liegen. Ich schlürfe gerade den zweiten Kakao, die Rucksackfee war heute halb Wunschfee, denn heute wollte mir die Nummer Eins gönnen. Schon beim zweiten zugriff hatte ich sie, wunderbarer Geschmack!!
Aber meine Fresse, was für ein Marsch. Mindestens 21km. Ich muß mehr essen, muß das Rucksackgewicht drücken. Ich schaff das schon. Ohne die Stöcke hätte ich mir heute mindestens zehnmal einen Knöchel verstaucht, vielleicht noch die Hand dabei gebrochen. Und zweimal hätte ich mir da unten irgendein Laufwerkzeug gebrochen. Wenn man kaputt ist, dann hat der ganze Apperat da unten ja mehr zu tun, fehlende Muskelkraft/ -arbeit in folge von Erschöpfung, muß von den Bändern und Gelenken aufgefangen werden. Ohne die Stiefel und die Stöcke fatal bei dem Gewicht. Einmal hat s mich auch richtig umgehauen, der Stock rechts hatte noch nicht gegriffen, zu früh Gewicht drauf und schwupps ging es flott mal nach rechts vorne ... allerdings ohne das rechte Bein mitzubekommen. Das war schon ne halbe Stunde nach dem Rudern, also gegen 16:00. Gedauert hat der ganze Spaß bis 20:30, was sogar meine pessimistischste Schätzung übertraf. Das sind für 13 km gute 5 Stunden. Mein Schnaufen muß man bis hier gehört haben. Na ja, auf jeden Fall habe ich den ersten Abschnitt des Nördlichen Kungsleden hinter mir. Ich bin gespannt, wie Teil zwei wird.
So, 22:01, ich bin kackenmüde.

Ende Tag 9

 
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