Der Kungsleden    Die Ausrüstung    Das Tagebuch
  Die 23 Tage auf dem Kungsleden:
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11.9.99, Samstag, Tag 23

Nun, es ist irgendwie geschafft. Inzwischen sitze ich hier in Storuman und warte auf den Bus nach Östersund.
Heute habe ich den Akku fast leergelaufen, hat nicht mehr viel gefehlt. Um 5:45 Uhr bin ich endlich losgekommen, hätte aber 45 min vorher sein sollen. Die Sonne ging auf, klarer Himmel. Stellenweise hatte es heute Nacht Bodenfrost, einige Holzstege waren vereist. Das Bein hat etwas gemeckert, die Zehen rebelliert und ich los. Aufstieg. Der Weg an sich war relativ gut und einfach zu gehen, etwas matschig teilweise. Kurz vor der nächsten Hütte traf ich dann eine ältere Frau, die mir etwas mehr zu den Abfahrtszeiten der Busse sagen konnte. Bei ihr hieß es 8:00 Uhr und 12:00 Uhr. Und noch 12 km, also Halbzeit. Ich lag aber gut in der Zeit. Hab irgendwie den Turbogang reinbekommen und bin los. 11:30 hatte ich kalkuliert, 10:40 ist es geworden.

Mir ging echt die Pumpe, viel hatte ich nicht mehr zu geben, die Arme mussten viel Arbeit übernehmen. Dann noch ein Ausrutscher mit Sturz, gut gegangen. Hätte wenn, dann natürlich das linke Bein erwischt; das wurde auch noch durch die drückende Beugefalte malträtiert. Ich war begeistert. Zum Schluß hat mich der Kungsleden noch ziemlich hoch gejagt, so dass ich die 40 min ab 10:00 absteigen durfte bei einem ziemlich dürftig gekennzeichneten Weg. Das ist er eh seit Ammarnäs gewesen.

Ich hab mal nachgedacht über die letzte Etappe. Das waren 78 km in 45 Stunden. Ich kann es, mein linkes Bein anscheinend nicht J. Die letzen 45 Stunden haben mich doch stark an Loch Lomond - Glasgow erinnert. Gestern mit dem Bein am See entlang, als alter Mann auf Krücken die Systerstugan erreicht und heute der Endspurt, der wirklich einer war. Die 24 km haben mich etwas über 5 Stunden gekostet, das sind fast 5 km/h und das im Gelände mit kaputtem Fuß / Bein. Ohne das Bein wäre es aber auch nicht schneller gegangen glaube ich. Es hat irgendwann eingesehen, dass der Schmerz keinen Effekt auf die Distanz hat. Egal.

Das erste was ich in Hemavan gemacht habe ist in den ICA zu stürmen, Eis, Raider, Cola und Kekse Kaufen. Die Kekse sind noch da, mein Magen kann noch nicht so viel Volumen aufnehmen, hat er die letzten Wochen doch fast nur maximal die 400 ml Volumen des Globetrotterlunches auf einmal bekommen. Auf jeden Fall war mir etwas schlecht im Bus und ich habe fast Storuman verpasst. Von hier geht wie gesagt auch kein Zug sondern ein Bus geht nach Östersund und ab da der Zug, mal sehen wie lange das dauert ....

 
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