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Der Kungsleden Die
Ausrüstung Das Tagebuch
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23 Tage auf dem Kungsleden: 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 Ende |
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7.9.99, Dienstag, Tag 19/28 Draußen ist es merklich abgekühlt, Nebel über dem See, 100m Sicht. Die
Klamotten, die ich zum Trocknen aufgehängt habe sind natürlich nicht trocken,
sondern eher das Gegenteil, so auch die Hose, was eigentlich bedeutet,
dass ich heute wirklich in langer Unterhose los muß, na, halb so wild.
9:44 Uhr, ich werde erst mal frühstücken und etwas abwarten. Wenn ich
um 12:00 Uhr loskomme, dann ist das für heute ok. Was für ein Tag, was für ein Spaziergang! Und was für ein Abschluss! Ich liege hier in der freien Wildmark, den Poncho als Tarp missbraucht und werde gleich essen, heute die Gärtnerin. War ein schöner, leichter, grandioser Tag. Sonne, Sonne, Sonne und Hochebene, aber Wind! Ich bin quasi den ganzen Tag in kurzen Klamotten, T-Shirt, hochgekrempelter Hose unterwegs gewesen und habe mir so locker 25 km erlaufen. Bis Ammarnäs sind's also nur noch 25 Sachen! Ich sollte da schon klären, wie ich von /aus Hemavan wieder Richtung Heimat komme. Essen ist fertig! Nun, sehr gemüsig, aber gut und vor allem sättigend. Die Sonne ist nun weg, ich schreibe hier bei Kerzenlicht und gleich gibt's heiße Schokolade. Unten gluckert der Bach unter der Brücke durch und von Westen kommen einige Wolken, der Wind kommt aus Süden. Ich denke mal, dass das Wetter stabil bleiben wird. Der Tag und die Wolken haben auf jeden Fall nicht dagegen gesprochen. Kakao!!!! Das ist einfach unglaublich! Du liegst mitten im Fjäll, mit einem leichten Wind-/Regenschutz, die Sterne kommen raus und das Nordlicht zieht seinen Bogen über den Himmel, fast ein nächtlicher Regenbogen, halt nur eine Farbe und ständig in Bewegung. Wow. Ich habe mich heute gefragt, wozu macht man so was, wozu mache ich das? 40% meines Eigengewichtes 450 km durch das Fjäll schleppen. Ich denke man macht es, damit man abends an einem anderen Ort, aus eigener Kraft erreicht, das Zelt aufschlagen kann, etwas warmes isst, seine heiße Schokolade trinkt und langsam unter ächzen in den Schlafsack rutscht und für Momente wie diese. In der freien Natur, offen für sie, bei Kerzenlicht und klarem Himmel, mit Nordlicht selbstverständlich!! Mit offen für die Natur meine ich natürlich momentan auch mein ‚fehlendes' Zelt, meine kleine, eigene abgekapselte Welt. Nun, ich bin jetzt nicht abgekapselt. Wenn der Sturm mit Regen über mir ausbricht, dann sehe ich etwas alt aus. Naja, Gedanken zu diesem Thema habe ich mir schon gemacht, im Falle des Falles; Regenzeug anziehen und die Wanderstöcke entfernen, dann liegt erst mal alles sicher unter dem Poncho. Dann schnell das Zelt irgendwie aufstellen und alles rein. Vorher natürlich das Innenzelt ausklinken. Oder: Stöcke weg, weiterpennen unter der Plane! Abwarten. Morgen will ich etwas früher raus, ich denke mal, dass das unter diesen Umständen kein Problem sein sollte. Dann schnell mal 25 km gehen und in Ammarnäs sein, mal telefonieren, was regeln/ in Erfahrung bringen, vielleicht Geld holen und einkaufen. Und dann geht's zum Endspurt Richtung Hemavan und Ratz-Fatz zu Hause, aber das sind noch knapp 100 km. Abwarten, und weiterlaufen. Ende Tag 19, Rest 9! |
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